TheaterBlackBox

DAS ANGEHALTENE LEBEN (UA)

nach dem Roman von Maurizio Torchio

Premiere: 02.11.2018

Er sitzt schon seit Jahrzehnten in Isolationshaft. Tag für Tag spricht er mit sich, seinen Geistern, mit den Erinnerungen, die ihm erscheinen. Die Außenwelt wird er nie wieder sehen. Die Grenzen von Zeit und Raum, Wirklichkeit und Fantasie lösen sich auf … ein Stück über die Macht der Imagination. Wie überlebt man die extremen Erfahrungen des Gefangenseins?

 

„ …mir sind Nerven für das ganze Gefängnis gewachsen. Wenn einer durch den Gang unterm Hof geht, ist es, als ginge er über meinen linken Arm.“

 

„In Ulrike Janssens packender Inszenierung geht es nicht um Schuldzuweisung oder Moral, sondern um den Zerfall eines Menschen in völliger Einsamkeit. Daniel Kuschewski und Markus Penne gelingt es mit verstörender Intensität, die klaustrophobische Situation des Täters begreifbar zu machen und Mitleid für ihn zu erwecken.“

Kölnische Rundschau, 14.11.18

Bearbeitung & Regie: Ulrike Janssen
Bühne & Licht: Dietrich Körner
Kostüme: Maria Strauch
Technik & Bauten: René Goethe, Paul Hollstein
Assistenz: Dorothea Booz, Lidia Polito

Mit: Daniel Kuschewski, Markus Penne, Susanne Seuffert

Eine Koproduktion von TheaterBlackBox mit dem Theater der Keller, Köln.

Nominiert für den Kölner Preis Bester Darsteller 2018: Susanne Seuffert.

Der Roman „Cattivi“ von Maurizio Torchio erschien 2015 bei © Giulio Einaudi Editore, Turin. Bearbeitung nach der deutschen Übersetzung von Annette Kopetzki. Alle Rechte der deutschen Übersetzung © Paul Zsolnay Verlag Wien 2017. Alle Rechte für die Bühnenfassung © Ulrike Janssen.

BILQISS (UA)

nach dem Roman von Saphia Azzeddine

Premiere: 22.09.2017

„Denn diese westlichen Frauen kennen nur das: sich an ihrer eigenen Menschlichkeit berauschen.“

Was passiert, wenn anstelle des Imams plötzlich eine Frau die Muslime zum Morgengebet ruft? Die junge Bilqiss wagt es – und soll für diese Grenzüberschreitung gesteinigt werden. Im Zuge der Untersuchungen kommen noch weitere Vergehen ans Licht: Besitz eines Lyrikbandes, Fingernägel lackiert, Schleier nicht richtig getragen, Aubergine am Stück gekauft statt, wie wegen der phallischen Form des Gemüses vorgeschrieben, zerhackt. Bilqiss sieht das aber nicht ein und verteidigt sich vor Gericht. Obwohl das Urteil längst feststeht, ist der Richter zunehmend von ihr fasziniert und beginnt, Bilqiss in ihrer Zelle zu besuchen und mit ihr zu sprechen. Wie in der Geschichte von Scheherazade schiebt er den Zeitpunkt der Vollstreckung des Urteils immer weiter hinaus. Handyvideos von der Gerichtsverhandlung verbreiten sich unterdessen im Internet und erreichen die Öffentlichkeit. So macht sich eine amerikanische Journalistin auf den Weg, den Fall genauer zu untersuchen. Und auch sie begegnet dabei ihren eigenen Vorurteilen…

 

„Wären alle Vorstellungen so, wie die Uraufführung des entstandenen Stückes, man müsste täglich ins Theater gehen. (…) Obschon die Gefahr groß ist, dass Franziska Seifert ob ihrer Bombenrolle ihre Mitspielerinnen blass aussehen lässt, ist genau das Gegenteil der Fall. Die drei Frauen leisten – Hand in Hand und als Schwestern im Geiste – Großartiges. Unbedingt ansehen!“ Kölnische Rundschau, 28.09.17

„Viel näher am Puls der Zeit wie dieses packende Drama, kann ein Stück kaum sein.“ Stadtrevue_12_17

„Es herrscht maximale Konzentration, knapp anderthalb Stunden lang (...) Eine starke, hervorragend gespielte Produktion“ Kölner Stadtanzeiger, 07.10.17

„Regisseurin Ulrike Janssen hat eine aufwühlende Inszenierung geschaffen, die getragen wird von dem wunderbaren Schauspielerinnen-Trio Franziska Seifert, Doris Plenert und Susanne Seuffert. Jubelnder Applaus, Bravo-Rufe und Tränen bei den Zuschauern krönen einen grandiosen Theater-Abend!“ meinesuedstadt.de

Bearbeitung, Video, Ton & Regie: Ulrike Janssen
Bühne & Licht: Dietrich Körner
Kostüme: Maria Strauch
Technik & Bauten: Paul Hollstein
Assistenz: Julia Zange, Nadia Feyzi

Mit: Doris Plenert, Franziska Seifert, Susanne Seuffert

Eine Koproduktion von TheaterBlackBox mit dem Theater der Keller, Köln.

Ausgezeichnet mit dem Kölner Theaterpreis 2017.

Aufführungsrechte: Saphia Azzeddine / Éditions Stock, Paris.
2016 für die deutsche Ausgabe: Verlag Klaus Wagenbach / Kiepenheuer Bühnenvertrieb. Aus dem Französischen von Birgit Leib. Alle Rechte für die Bühnenfassung: Ulrike Janssen.

HEIMSUCHUNG. EINE GEISTERSTUNDE (UA)

von Ulrike Janssen und Marie T. Martin

Premiere: 15.09.2016

Der eine redet nur mit seinem Finger, die zweite geht durch unsichtbare Räume, die dritte ist nur als Stimme anwesend. Ist ein Survival-Handbuch das richtige Mittel, um mit der eigenen Familiengeschichte fertig zu werden? Kann man noch miteinander in Kontakt kommen, wenn manche Familienmitglieder in der Vergangenheit und andere in der Zukunft leben? Nach Tolstoi ist jede Familie auf ihre eigene Art unglücklich, diese hier scheint sich mit einem merkwürdigen Ritual abhelfen zu wollen. Jemand wird erwartet, die Geisterstunde rückt näher … „Heimsuchung. Eine Geisterstunde“ ist ein poetisch-surreales Stück, ein Körper-Sprach-Spiel um die Geister der Vergangenheit, die uns heimsuchen.

„Was war, was man verdrängte, was nicht ausgesprochen wurde, das sind die Geister der Vergangenheit, die hier jenseits aller psychologischen Tiefbohrungen surreal, hochpoetisch und fantasievoll erweckt werden. Ein rundes Stück absurdes Theater mit tollen Akteuren in der stimmigen, inspirierenden Ausstattung von Dietrich Körner (Bühne) und Silvie Naunheim (Kostüme)“ Kölnische Rundschau, 17.09.16

„‚Heimsuchung. Eine Geisterstunde‘ ist eine Eigenproduktion von TheaterBlackBox Köln, die dort als Gastspiel ins Programm aufgenommen wird. Eine melancholische, unwirkliche Stimmung schwebt über der Inszenierung von Ulrike Janssen (die das Stück mit Marie T. Martin geschrieben hat), aufgelockert durch poetische und humorvolle Momente. Susanne Seuffert verkörpert die alte Dame mit beklemmender Intensität. Mit Gummistiefeln und Badekappe trippelt sie über die Bühne, erinnert sich an einen Seitensprung, wechselt blitzschnell von lichten Momenten in Wahn und Traum.“ Köln Nachrichten

Video, Ton & Regie: Ulrike Janssen
Kostüme: Silvie Naunheim
Bühne & Licht: Dietrich Körner
Technik & Bau: Paul Hollstein
Dramaturgie: Marie T. Martin
Assistenz: Julia Zange

Mit: Markus J. Bachmann, Ralf Harster, Susanne Seuffert und der Stimme von Trixi Janson

 

Eine Produktion von TheaterBlackBox im Theater der Keller, Köln.

DISPLACED PERSON – EINÜBUNG IN HEIMATLOSIGKEIT (UA)

Szenische Installation von Ulrike Janssen

Premiere: 09.10.2014

„Displaced Persons“ hießen nach dem Zweiten Weltkrieg Menschen, die ihre Heimat verloren hatten: Flüchtlinge, Zwangsarbeiter und Häftlinge.
Heute kommen viele Flüchtlinge zu uns. Wie fühlt sich „Heimatlosigkeit“ an, wie geht man damit um? Das Trauma dieser Erfahrung ist nicht nur eine Herausforderung für denjenigen, dem es widerfährt; es fordert uns alle heraus, die wir diesen Menschen begegnen und mit ihnen zusammenleben.
Die szenische Installation unternimmt eine dokumentarisch-poetische Reise.

„Es gelingt eine 70-minütige Montage aus starken Bildern und Worten, die auf elegante Weise Ästhetik und Poesie mit ernster Thematik verbindet und nicht bloß auf Betroffenheitsrhetorik setzt.“ Kölner Stadtanzeiger 13.10.14

„Starke Bilder entstehen (…) immer wieder wechseln szenische Aktionen mit minimalistischen Videos von Körperzellen, Wasser oder Himmel. Es geht also nicht um die Politdebatte, sondern die Inszenierung traut sich Innenansichten sinnlich sichtbar zu machen. Das ‚Fremdsein ist ein Grab‘. Dank dieses kommentarlosen Dokumentationsstils werden solche Sätze viel mehr als nur ein Zitat in Erinnerung bleiben.“ Stadtrevue, Nov. 2014

Konzeption, Texte, Video & Regie: Ulrike Janssen
Szenische Einrichtung: Susanne Seuffert
Musik & Sounddesign: Tim Elzer
Bühne & Licht: Dietrich Körner
Technik: Thorsten Zietsch
Assistenz: Alina Welsch

Mit: Gerda Böken, Ounfa Cone, Idris Kani
sowie, in Ton und/oder Bild: Lina Abdu-Shab, Irina Doronina, Heinz von Foerster, Ruzica Hajdari, Sultana Hesso, Lu Janssen, Abdeddaim Khalihanna, Jonas Mekas, Khánh Nguyen, Bernard Peroumalle, Shia Ryal, Zlatko Sumkovski, Daniel Werner u.a.

Eine Produktion von TheaterBlackBox im Theater der Keller, Köln.

Nominiert für den Kurt-Hackenberg-Preis 2014.